Dienstag, 27. Februar 2018

MIRROR AT NIGHT



Bei allerbestem Tageslicht und bis vor fünf Minuten noch konstruierte Isabelle von Schilcher an ihrer aktuellen Ausstellung MIRROR AT NIGHT - hier oben in der Fensterbar mit Blick auf das klare und kalte Februarlicht über der Stadt. Und jetzt steht sie da - die Polly und schaut.

Schilchers dunkle Installation teilt den Berliner Kunstverein mit einer blickverdichteten schwarzen Diagonale in zwei dreieckige Hälften auf - deren Spiegelung im verdunkelten Glas zu einer virtuellen Restauration der verlorenen Fläche führt. 

Die Polly Pocket - als permanente und totale Besucherin der Ausstellungen im kleinen Haus des BERLINER KUNSTVEREINs - sieht sich selbst in der matten Scheibe als eine obskure und finstere Erscheinung im Raum stehen. Dabei betrachtet sie sich aus kleinster Distanz und zugleich dunkelster Nähe und beginnt die Abnahme ihrer eigenen Buntheit zu reflektieren.

"Nachts sind", nach Bernd Luthat, "Tulpen wie Tomaten oder Rosen wie neongrelle CenterShockverpackungsüberreste nur noch ergraute Verweise auf ihre poppigen Selbstbehauptungsstrategien am Tag - sie erdulden die temporäre Abschaffung ihrer freundlichen Leuchtkräfte und Energien."

Schilchers MIRROR AT NIGHT konfrontiert uns mit der fernen Andeutung von homöopathischer Farbigkeit und führt uns mit der diagonalen Spiegelfläche in den dunklen Dialog der unendlichen Möglichkeiten von Selbsterkenntnis und willkürlicher Flüchtigkeit ein.

Wenn Schilcher den Spiegel zum Bild erklärt und sein Ab-Bild in den Raum stellt, wird seine wahllose Reflexionsspotenz zur eitlen Frage an den Beobachter, der sich selbst - neben der Polly Pocket in unserem Raum einsehen kann.

Es lohnt der Besuch im Berliner Kunstverein bei extremer Distanzlosigkeit zum Kunstwerk selbst

meint

Ruppe Koselleck
redaktionell für den DER MEISTERSCHÜLER und heute explizit
für den Berliner Kunstverein


Ein besonderer Dank geht an Isabelle von Schilcher für die Arbeit, und natürlich das The Polly Pocket Museum of modern Art sowie Robert Porth für die zuverläßige Bereitstellung unseres Wechselausstellungsraums und der kleinen Polly als permanenten Besuchers dieser Show.

Nach der Eröffnung heute Abend, am 27. Februar 2018 um 18 Uhr in der Ateliergemeinschaft Schulstraße e.V. geht die Ausstellung über Vossenack / Schmitt, am 28. Februar / 1. März 2018 auf ein historisches Schlachtfeld des zweiten Weltkrieges, macht Station in Paris am 6. März 2018 im Maison Heinrich Heine bevor sie dann ab dem 18. März in der Alten Post in Drensteinfurt zu sehen sein wird. Kommen Sie vorbei - Sie sind herzlich eingeladen. 


Anmeldungen bitte stets unter: ruppe@berlinerkunstvererein.com

Eröffnung, am 1. März 2018 mit Karl May, Andreas Brenne und bei Curry Wurst im Imbiss Nideggen, Eifel.


Die jeweils nächsten Stationen der Ausstellungsreise entnehmen Sie bitte der Tagespresse oder unserer website.

Isabelle von Schilchers MIRROR AT NIGHT zwischen den ansichtigen Bänden von Karl May und nebst Curry Wurst. Morgen geht es nach Paris... Ruppe für den Berliner Kunstverein.

...und hier stand der MIRROR AT NIGHT am Morgen der Abreise aus Paris vor dem Maison Heinrich Heine.

http://www.berlinerkunstverein.com/
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